08.01.2025
Handwerk erwartet Politik für Wachstum
Freiräume für Unternehmertum und Innovationen, Impulse für Bildung und Beschäftigung – das erwartet das Handwerk im Kammerbezirk Münster von der Bundespolitik, wie eine Umfrage der Handwerkskammer (HWK) Münster im Januar 2025 gezeigt. Darin haben 630 Betriebe aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region Auskunft zu ihren Erwartungen gegeben. „Wir müssen zügig aus dem Stillstand raus und brauchen dafür einen beherzten Neustart für Wachstum“, kommentierte HWK-Präsident Jürgen Kroos die Ergebnisse.
Die 25 politischen Positionen der Handwerksorganisation anlässlich der anstehenden Bundestagswahl – „25 für 25“ – haben die Unternehmen bewertet. Alle fanden eine Mehrheit unter den Befragten. Am wichtigsten war den Betrieben die Reduktion der Bürokratielasten. Das wollten 97 Prozent. Besonders wichtig war ihnen auch die Verbesserung der Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen. 94 Prozent wünschten, dass Gesetzesvorhaben, die sie betreffen, einen Praxischeck durchlaufen. Normen und Standards sollten einfacher und die Europäischer Gesetzgebung mittelstandsorientierter werden. Drei von vier Unternehmen befürworteten eine stärkere Ausrichtung der Innovationspolitik am Mittelstand.
Deutlich forderten die Betriebe eine Reduktion des Gesamtsozialversicherungsbeitrags auf unter 40 Prozent (91 Prozent der Befragten), eine Absenkung der steuerlichen Belastung für Strom und Energie (92 Prozent) und der Unternehmenssteuern auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau (90 Prozent).
Zur Gewinnung von Fachkräften wünschten sich 85 Prozent der Betriebe eine Berufsorientierung auch zur beruflichen Bildung an allen Schulen.
Kroos: „Parteien, die das Handwerk voranbringen wollen, möchte man geradezu raten, sich in ihren Zielen an den ‚25 für 25‘ zu orientieren.“ Er hoffe nach der Wahl auf stabile Verhältnisse, damit die politische Gestaltungskraft dann schnell Fahrt aufnehmen könne.